Titel_Herkules

Herkules! Göttersohn, Superheld, Gigantenbezwinger, ein Mann im Löwenfell, der die Dinge noch mit der Keule regeln konnte.

die hochaktuelle Fragen stellt.

Tina Teubner, Stephan Picard und Ben Süverkrüp lassen den konservativen Geschichtsprofessor Martin Richter die Herkules-Geschichten neu erleben. Richter glaubt zu wissen, daß Herkules ihn nichts angeht. Doch nach und nach führt ihn die Auseinandersetzung mit dem antiken Helden zu den Wurzeln seiner eigenen Sehnsucht, zu den ungelösten Fragen seines eigenen Lebens. Und ihm dämmert, dass dieser antike Muskelprotz uns alle etwas angeht – gerade heute, da die Welt von Schreihälsen regiert wird, da wir sehend in den Abgrund rasen und der Ruf nach der Keule immer lauter wird. Die Geschichte von Herkules konfrontiert uns mit existentiellen Fragen:

Was macht den Menschen zum Menschen?

»Ob Martin Furcht vor seinem Vater hat? Furcht ist es nicht. Um sich zu fürchten, müsste er seiner selbst gewiß sein. Er aber verschwindet förmlich vor diesem Vater, dessen Autorität über jeden Zweifel erhabenen ist. Ungehobeltes Auftreten oder gar körperliche Gewalt hat dieser Vater nicht nötig: Sein strenger Blick genügt. Martin fragt sich, ob er es je weit genug bringen wird, um später mit derselben Ungeniertheit auf die Schwächen anderer herunterzuschauen wie sein Vater. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – aber er fällt.«

Wie erzeugt man Glück?

»Was??? Mein Sohn soll die Welt retten? Das wird schwierig. Der hat Babyschwimmen.«

Oder mit der Keule?

»Das Beseitigen böser Ungeheuer im Auftrag der guten war schon immer gängige Praxis. Aber woher wissen immer alle, welche Ungeheuer die bösen sind und welche die guten? Und warum ist das Wissen der einen echtes Wissen, das der anderen aber perfide Propaganda? Und wer ist wer? Wer ist der Wissende, wer der Propagandist? Warum zweifelt hier niemand?«

Durch Musik?

»Wenn jemand unter Ihnen Angst hat, sein Sohn könne demnächst die Blockflötenlehrerin erschlagen: Keine Sorge! Im Falle von Lyra oder Flöte ist es Notwehr.«

Durch Liebe, Reichtum, Erfolg?

»Herkules ist der, der für die anderen alles regelt und der selber immer „der Andere“ bleiben wird. Ein Mann mit Keule im Löwenfell, einer fürs Grobe. Ein Proll, ein Analphabet, unmusikalisch bis in die Ohrläppchen. Einer der nichts hat – nichts als seine Kraft, seine Einsamkeit und seine unermessliche Wut.«

Heute
 Damals

Ein Mann, nennen wir ihn Martin Richter. Professor (alte Geschichte), 56 Jahre, zwei gescheiterte Ehen, drei Kinder. Er ist auf dem Weg zu einem Kongress – und trifft plötzlich eine Entscheidung, die sein Leben verändert

Zum Betrachten des Trailers bitte den Ton einschalten

musikgedankentheater

Stephan Picard (Violine) und Ben Süverkrüp (Klavier) spielen die sehnsüchtigsten, anrührendsten, dramatischsten Werke der letzten drei Jahrhunderte – Werke von Franz Schubert, César Franck, Johannes Brahms, Anton Webern, Johann Sebastian Bach, Gabriel Fauré und Henry Purcell.


Literatur und Musik bilden eine Einheit und erzählen gemeinsam eine Geschichte, die mit Worten allein nicht zu fassen ist, weil sie uns im Innersten berührt.


Die Musik ist seit jeher eine Waffe im Kampf gegen das Unglück. Gegen die Einsamkeit, das Un-Menschliche. Und im Gegensatz zur Keule bringt sie nicht Tod und Vernichtung, sondern das Wissen um Nähe und die Ahnung von Glück.

Eine uralte Geschichte,

Herkules, der Held mit den Superkräften, ist getrieben von der Sehnsucht, im begrenzten Glück des Menschseins zu baden. Aber er erschlägt seine eigene Familie, erniedrigt sich vor einem primitiven Tyrannen, stirbt einen entsetzlichen Tod. Warum tut er das?

Werke

FRANZ SCHUBERT Phantasie f-moll D.940

PABLO DE SARASATE Zigeunerweisen op.20

ANTON WEBERN Vier Stücke für Geige und Klavier op.7

CÉSAR FRANCK Sonate für Violine und Klavier A-dur FWV 8

HENRY PURCELL Dido’s lament („When I am laid in earth“)

FRANZ SCHUBERT Klaviersonate Nr.20 A-dur D.959

JOHANNES BRAHMS Scherzo c-moll WoO 2

GABRIEL FAURÉ Après un rêve

Dauer

2 mal ca. 50 Minuten

Kurzfassungen möglich